Um die mit den Vorgaben im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie einhergehenden Aufwände abzubilden, hat sich die Bundesärztekammer mit dem PKV-Verband und den Beihilfekostenträgern am 07.05.2020 u.a. auf folgende Abrechnungsmöglichkeiten verständigt:
 

1. Hygienezuschlag:

  • Faktorsteigerung unter Berücksichtigung der Vorgaben von § 5 GOÄ
  • Faktorsteigerung muss in der Rechnung individuell und patientenbezogen begründet werden (§ 12 Abs. 3 GOÄ)
    Beispiel: Erhöhter Aufwand durch hohe Schutzmaßnahmen oder erhöhter Umstand und Zeitaufwand bei der Untersuchung wegen erforderlicher aufwändiger Infektionsschutzmaßnahmen.
  • Auslagen gemäß §10 GOÄ berechnungsfähig
    (z.B. Schutzkittel und Masken, sofern diese mit der einmaligen Verwendung verbraucht sind oder beim Patienten verbleiben und die tatsächlichen Kosten dafür über 1 € liegen.)

alternativ

Hygienezuschlag (gültig ab dem 05.05.2020 und befristet bis 31.07.2020):

  • Berechnung der Nr. 245 analog zum Faktor 2,3 (EUR 14,75)
  • zusätzliche Faktorsteigerung anderer Leistungen derselben Sitzung mit der Begründung des Hygieneaufwandes nicht möglich
  • nur bei unmittelbarem Arzt-Patientenkontakt berechenbar
  • Auslagen sind in der Pauschale enthalten
  • einmal je Sitzung ansetzbar

Im stationären Bereich kann der Hygieneaufwand nicht gesondert berechnet werden, wenn die Behandlung in einem zugelassenen Krankenhaus nach § 108 AGB V erfolgt.


2. Telemedizinische Leistungen (befristet bis 30.06.2020):

2.1. Abrechnung psychotherapeutischer Maßnahmen:

  • Abrechnungen von Leistungen zur Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung gemäß den Nummern 801, 807, 808, 860, 885 GOÄ müssen im Rahmen der COVID-19-Pandemie, unter Beachtung der berufsrechtlichen Sorgfaltspflicht, nicht zwingend in einem unmittelbaren persönlichen Kontakt erbracht werden.
  • Psychotherapeutische Leistungen gemäß den Nummern 804, 806, 817, 846, 849, 861, 863, 870, 886 GOÄ können im Rahmen der COVID-19-Pandemie auch per Videoübertragung (z.B. Videosprechstunde) erfolgen.

2.2. Abrechnung konsiliarischer Erörterung:

  • Die vorherige oder im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit der konsiliarischen Erörterung stehende persönliche Befassung mit dem Patienten ist nicht erforderlich, sofern es sich aus Umständen im Rahmen der COVID-19-Pandemie ergibt. In diesen Fällen kann die Befassung mit dem Patienten auch per Videoübertragung (z. B. Videosprechstunde) erfolgen.


3. Telefonische Beratungen (befristet bis 31.07.2020):

  • wenn der Patient die Arztpraxis pandemiebedingt nicht aufsuchen kann, keine Videoübertragung zur Verfügung steht und die Patientenversorgung auf andere Weise nicht gewährleistet werden kann, kann die Nr. 3 GOÄ je Sitzung und je vollendeten 10 Minuten bei telefonischer Erbringung bis zu viermal bis zum Faktor 2,3 berechnet werden
  • liegen die genannten Voraussetzungen vor, können bis zu vier längeren telefonischen Beratungen je Kalendermonat berechnet werden
  • tatsächliche Dauer des Telefonats und die Begründung zur Mehrfachberechnung sind in der Rechnung anzugeben


Lesen Sie hier die vollständige Veröffentlichung der BÄK mit weiteren Ausführungen nach.